Bildunterschrift

Geschichten und Gedanken ...

Der Ausflug Teil 1

04.03.2020 

Eigentlich hätte man meinen können wir hätten dieses Jahr den Winter übersprungen und wären gleich vom Herbst zum Frühling übergegangen. Bis Ende Februar hatte sich Schnee, zumindest vor meiner Tür, eigentlich nie gezeigt und die Temperaturen hielten sich auch dementsprechend in Grenzen. Als ich am letzten Februarwochenende bereits den ersten Schmetterling des Jahres fotografieren durfte, kam mir die Idee ein paar Tage meines doch üppigen nicht konsumierten Urlaubs für eine Fotoreise zu verplanen. Gut, Fotoreise scheint vielleicht angesichts der geplanten Dauer und der möglichen Entfernung doch etwas groß gegriffen - vielleicht trifft es Fotoausflug etwas besser. Aber für jemanden, dessen Arbeitsalltag praktisch durchgehend von Terminen und Besprechungen bestimmt ist, kommt auch ein dreitägiger Fotoausflug wie ein Abenteuer in der Größenordnung einer Polarexpedition gleich. 

Ich hatte bereits mit dem Gedanken gespielt ein Fotoziel im benachbarten Ausland anzusteuern, eine jener Gegenden, von denen in Fotomagazinen immer wieder berichtet wird. Aber angesichts des weiteren Weges und des engen Zeitkorsetts habe ich mich entschieden ein mir bereits bekanntes Ziel aufzusuchen: Den Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel im Burgenland.  An meinen letzten Aufenthalt vor zwei Jahren erinnere ich mich immer wieder gern zurück. Betrachte ich meine Fotos von damals, frage ich mich auch, ob ich bei meinem nächsten Besuch eine persönliche Weiterentwicklung als Fotograf feststellen werde. In der Hoffnung einige interessante und nicht immer anzutreffende Zugvögel vor die Linse zu bekommen ist mein Ausflug, wie bereits vor zwei Jahren für Mitte April angesetzt - eine für Naturfotografen und (Hobby-) Ornithologen reizvoller Zeitraum. 

Als Basis meines Fototrips habe ich wieder Illmitz gewählt. Der Ort unweit des Neusiedlersees, am Schilfgürtel inmitten von Lacken und ausgedehnten Grünzonen hat sich bereits in der Vergangenheit als perfekter Ausgangspunkt erwiesen. Auch das Nationalpark-Informationszentrum ist hier am Ortsrand beheimatet. Ein Quartier in Illmitz zu finden war sechs Wochen im Vorhinein kein Problem. Auch der Preis für ein Zimmer inkl. Frühstück gehen absolut in Ordnung. Bleibt noch die Frage nach der Mobilität. Bei meinem letzten Aufenthalt durfte ich ein paar Ornithologen kennenlernen, die stets mit dem Rad in der Gegend unterwegs waren. Wer allerdings die teils doch nicht zu unterschätzenden Distanzen zwischen den einzelnen Fotospots inklusive Kameraequipment zurücklegen möchte, wird an der Nutzung eines Autos wohl nicht vorbei kommen. In meinem Fall wird es dieses Mal ein schicker gemieteter Kleinwagen sein.


Der Auflug Teil 2 - Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

03.04.2020 

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle über etwas anderes schreiben. Darüber wie ich mir meinen Fotoausflug vorgestellt hatte oder welche Ausrüstung ich in meinen Rücksack packe. Aber leider hat die Corona Epidemie auch mir, wie so ziemlich jedem anderen auf dieser Erde einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schade - mein Ausflug fällt leider ins Wasser - Vorerst - Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Wie wärs mal mit Gebraucht?

12. Oktober 2019 

Die Fotografie kann mitunter ein teures Hobby sein. So mancher kommt irgendwann an jenen Punkt, an dem das mitgelieferte Kitobjektiv nicht mehr die Leistung bringt, die man sich erwartet. Spätestens dann wird man feststellen, dass eine gute Optik mitunter das für die erste Kamera mühsamst ersparte Budget gleich mal toppen kann. Was also tun? Neues, hochwertiges Glas ist teuer, richtig teuer. Hier geht die Bandbreite von einem durchschnittlichen Monatsnettogehalt bis hin zum Preis eines kompakten Neuwagens - Natürlich reden wir hier ab einer gewissen Summe von der Profiliga. Aber es zeigt trotzdem, dass die wenigsten von uns in der Lage sind, neues, hochwertiges Equipment aus der Portokasse zu zahlen. Eine Möglichkeit ist der Kauf von Dritthersteller-Objektiven. Ich kann hier besonders Sigma nennen, deren aktuelle Serien meinen Nikkoren in nichts nachstehen - und dies bei erheblichen Unterschieden beim Neupreis. 

Aber auch neue Objektive von Drittherstellern wollen bezahlt werden, und auch wenn diese deutlich günstiger sind als jene der Systemhersteller muss man mitunter noch immer tief in die Tasche greifen. Meine empfohlene Alternative ist der riesige Second Hand-Markt. Hier findet sich nahezu alles und dies zu meist vernünftigen Preisen. Auch gibts fast immer etwas Verhandlungsspielraum. Quellen für gebrauchte Ausrüstung sind zum Teil ausschließlich darauf spezialisierte Händler* oder bekannte Online-Plattformen. Zum nun aufkommenden „ABER“ - Ja, man bekommt meist nicht das aktuellste Modell, aber auch ältere Optiken sind locker noch in der Lage Auflösungen bis 30 MP zu bedienen - und sind wir uns ehrlich - Wer braucht wirklich mehr Leistung, und wer schaut jedes Foto bei 100% bis in die Ecken? Außerdem sind ältere Objektivserien oft noch so gebaut als wären sie für die Ewigkeit. Da stimmt die Haptik und die Stabilität, auch wenn ich nicht verschweigen möchte, dass wir hier oft noch keine eingebauten Fokusmotoren oder Bildstabilisatoren finden - sei’s drum, auch hierfür gibts Lösungen. 

Gängige Bedenken, was Gebrauchtartikel angeht kann ich nicht bestätigen. In meinem Objektivfuhrpark habe ich nur ein einziges Objektiv, das ich neu erstanden habe - alle anderen hatte vor mir schon jemand anderer in Verwendung. Natürlich sollte man sich das Angebot vor dem Kauf ordentlich ansehen und natürlich testen. Mir hat die Vergangenheit gezeigt, dass die meisten FotografInnen offenbar sehr auf ihre Ausrüstung achten. Und da schließt sich der Kreis, da diese Geräte neu manchmal kleine Vermögen gekostet hatten. 

* Eine Liste österreichischer Second-Hand Fotohändler stelle ich dir gerne zur Verfügung 

Schöne neue Welt oder das Ende des Spiegels

10. Oktober 2019
 
Ich beschäftige mich viel mit dem Thema der Fotografie - seien es Fachzeitschriften, oder Beiträge auf einer bekannten Videoplattform. Eine dort dieser Tage häufig anzutreffende Diskussion ist jene, die sich mit dem Thema des sich stets weiterentwickelnden Equipments beschäftigt - Oder sagen wir so, ich habe das Gefühl, dass es eigentlich nur noch ums Gerät anstatt ums Tun geht. 

Natürlich - vor uns steht eine Zeit in der niemand mehr einen Spiegel in ein Kameragehäuse einbauen wird, einfach weil es ohne viel einfacher und günstiger geht - Das ist auch ok - Es ist seit jeher gegeben, dass alte Entwicklungen durch neue abgelöst werden. Der Eindruck, der sich mir aber bei dieser ganzen Diskussion rund um Spiegellosigkeit, Augenautofokus, elektrischer Sucher etc. aufdrängt ist: Bin ich mit altem Equipment nun ein schlechterer Fotograf? Sind meine Fotos deswegen schlechter? 

Kurz gesagt: Fraglich! 

Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, bedienen wir uns einfach anderer Variablen und nehmen wir ein Beispiel aus dem Bereich der Mobilität: Moderne Autos nehmen dem Fahrer durch alle möglichen Assistenzsysteme immer mehr Aufgaben ab - Macht natürlich Sinn, vor allem zur Steigerung der Sicherheit oder zur Optimierung des Verbrauchs. 

Aber: Wird hierdurch der Fahrer besser oder eigentlich immer mehr zum Passagier? Oder anders gefragt: Kann ich durch ein neues, moderneres Auto tatsächlich auch ein besserer Autofahrer werden? Ich möchte mich nun nicht missverstanden wissen. Technische Weiterentwicklungen sind immer willkommen. Gleichzeitig heißt es aber auch nicht, dass das Neue auf einen Schlag das Alte disqualifiziert. Als Digitalfotograf bewundere ich jene Leute, die es mit analogem Equipment schaffen traumhafte Fotos zu erschaffen - und dies ohne Autofokus, automatischer Belichtungsmessung o.ä. Und genau das ist es was ich meine. Auch wenn die ganze Fotowelt im Umbruch ist - Mit deinem unter Umständgen alten Equipment lassen sich noch immer wunderbare fotografische Werke erschaffen - und alte, robuste Objektive zeichnen noch immer das auf deinen Film oder Sensor, was du siehst. Was ist die Fotografie? Die Fotografie ist immer das, was du daraus machst.