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Out:door:Foto

Ein Einblick in meine nicht ganz so typische Fotoausrüstung für die Outdoor-Fotografie

Hintergrund

Das Feld der Naturfotografie ist ein breites. Naturaufnahmen können auch an den ungewöhnlichsten und undenkbarsten Orten entstehen - etwa ganz in der Nähe von frequentierten Wegen, oder aber auch an etwas abgelegeneren, einsameren Orten. Mitunter kann sich dann herausstellen, dass der vermeintlich immer verfügbare Handyempfang gar nicht mehr so verfügbar ist, oder gerade in der kalten Jahreszeit uns der Handyakku im Stich lassen kann. Ein Umstand, der unser gewohntes Notfallprogramm doch erheblich über den Haufen werfen würde. 

Eines vorweg: Es ist mir natürlich völlig klar, dass es in unseren Breiten sehr unwahrscheinlich ist, auch tatsächlich in eine Notsituation zu kommen. Nichtsdestotrotz möchte ich die Auseinandersetzung mit den Themen Handlungsfähigkeit, Handlungsoptionen und Improvisationsmöglichkeiten, einfach aus persönlichem Interesse und mit entsprechendem Konnex zur Fotografie in den Fokus rücken.

Aber von Anfang an: Ich hatte vor ein paar Jahren eine Teilnahme an einem Survivalkurs* geschenkt bekommen. Eine Erfahrung, die für mich in jedweder Hinsicht sehr aufschlussreich war. Mitgenommen habe ich mir, dass man mit nur wenigen, aber sorgfältig ausgewählten Werkzeugen und der Kenntnis einiger Techniken seine Optionen draußen in der Natur erheblich beeinflussen kann. Darüber hinaus ist mir seither eine tiefe Naturverbundenheit und ein Gefühl der inneren Entschleunigung erhalten geblieben. Elemente, die ich auch in der Naturfotografie sehe, daher meine Motivation mich mit dem Thema zu beschäftigen und diesen Artikel zu verfassen.

Was wären nun solche Ausrüstungsgegenstände, die neben meinem klassischen Fotoequipment in meinem Fotorucksack Platz finden sollten? Entweder weil sie bei einem technischen Gebrechen an der Ausrüstung hilfreich, oder in einer Notsituation sinnvoll sein könnten. Ganz wesentlich waren für mich bei der Zusammenstellung meines Outdoorkits zwei Dinge. Erstens: Ein Augenmerk auf Qualität und Multi-Use zu legen, und zweitens sein Werkzeug zu kennen und entsprechend damit umgehen zu können. Leider gilt bei Outdoor, oder Survivalausrüstung oft, wer billig kauft, kauft zweimal. Aber auch ganz gewöhnliche Gegenstände, die sich in jedem Haushalt finden, können hilfreich sein.

Teil 1: Das Basiskit

Als Basis dient mir eine kleine, robuste Tasche aus Kunststoff mit mehren Fächern und Verschlüssen, die ggf. über Ösen und Schnallen auch außen am Rucksack oder am Gürtel befestigt werden kann. Das darin verstaute Kit besteht aus folgenden Bausteinen:

  • Multitool I: Multitools gibt es in den unterschiedlichsten Konstallationen. Ein gutes Multitool hält ewig. Ich verwende ein bereits über 20 Jahre altes Super Tool von Leatherman.
  • Multitool II: Manchmal muss eine Schnellwechselplatte montiert oder eine Schraube nachgezogen werden. Dies geschieht mit dem für Fotografen entwickelten, sehr leichten und kompakten Multitool von Novoflex.
  • Taschenlampe: Bei Dämmerung oder bei der Nachtfotografie kann eine kleine Taschenlampe sehr hilfreich sein. Auch als Zusatzlicht um Motive besser auszuleuchten ist dies eine brauchbare und einfache Lösung . In meinem Kit findet sich eine sehr kompakte und leichte LedLenser P2.
  • Lenspen: Ist mal die Frontlinse oder das Fernglas zu reinigen kommt der Lenspen zum Einsatz.
  • Schnellwechselplatte: Auch eine Arca-kompatible Schnellwechselplatte ist immer dabei. In meinem Kit ist dies eine Schnellwechselplatte von Novoflex.
  • Ersatzakku: Da meine beiden Hauptkameras mit dem gleichen Akku laufen, reicht ein Ersatzakku aus.
  • Objektiv- & Gehäusedeckel: Schutz für Kamera und Objektiv
  • Kleinteilset 1: AAA-Batterie, Teleskopkugelschreiber, Superkleber, Feuerzeug, Feuchte Reinigungstücher
  • Kleinteilset 2: Maurerschnur, Schuhband, 1 Stk. elastische Schnur
  • Kleinteilset 3: Gummiringe, Sicherheitsnadeln, kleine Teppichmesserklinge
  • Kleinteilset 4: Einbeinstativplatte, Stativgewindeadapter
  • Sonstiges: Kabelbinder & Kabelklettbänder, Bleistift, Mini-Led, Pflaster, Pinzette, Signalpfeife (Fenix NW20), Isolierband, Gefrierbeutel, Kameragurtanker, Handcreme, ja und einzeln verpacktes, feuchtes Klopapier.


Dieses Foto-Survival-Kit lässt sich prima im Hauptfach meines Kamerarucksacks verstauen, auch das Gewicht hält sich in Grenzen. 

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Teil 2: Das erweiterte Kit

Für den Fall der Fälle, habe ich noch folgende Utensilien in meinen Fotorucksack gepackt:

  • Messer: Trotz Multitool, ein robustes Messer mit fester Klinge kann man durch nichts ersetzen. Meine Wahl ist hier ein Fällkniven F1
  • Feuerstahl: Auch wenn es unwahrscheinlich ist, aber für den Fall ein Feuer machen zu müssen sind Feuerstahl und Zunder in Verbindung mit einem guten Messer die zuverlässigsten Werkzeuge
  • Navigation: Kompass & Karte können sehr hilfreich sein. Ich verwende einen Recta DP-6
  • Erste Hilfe & Hygiene: Auch ein kleines Erste-Hilfe-Paket ist mit dabei. Verband, Pflaster und eine Rettungsdecke sind Grundausstattung. Das aus meiner Sicht unbrauchbare, ursprünglich beiliegende kleine Multitool habe ich durch eines von Leatherman ersetzt. Darüber hinaus habe ich ein kleines Fläschchen Sterilium sowie Desinfektionstücher dabei.
  • Tarnschal: Neben der Tarnung von Kamera und Objektiv eignet sich ein Tarnschal auch als Kleidungsstück, zur Herstellung eines Druckverbandes, als „Bohnensack“, als Einschlagtuch oder als improvisierte Armschlinge.


Auch wenn dies nun sehr viel erscheinen mag, die meisten der genannten Ausrüstungsgegenstände sind sehr kompakt und tragen nicht unnötig auf. Angesichts des Umfangs der „herkömmlichen“ Fotoausrüstung ist das Mehr an Gewicht aus meiner Sicht zu verkraften. Auch stellt sich natürlich die Frage, ob jeder genannte Ausrüstungsgegenstand auch tatsächlich nötig ist. Dies ist sehr individuell und je nach Bedarf und geplanter Tour zu organisieren. Ich für meinen Teil war aber bereits des Öfteren froh darüber, das eine oder andere Teil mitgenommen zu haben - auch ganz ohne Notfallsituation.

Auch sollte man sich mit seiner Ausrüstung vertraut machen und sich mit dem Thema etwas auseinandersetzen. Das beste Werkzeug bringt wenig, wenn ich nicht damit umgehen kann.

*Survivalkurse: www.ueberlebenskunst.at